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Durch die nationale Wirtschaftspolitik und dem Erholen der Weltwirtschaft sank die Arbeitslosigkeit im Deutschen Reich. Die Vorbereitungen für den Krieg begannen, welcher laut Hitler nötig war, um den Wohlstand des deutschen Volkes zu sichern. Der Vierjahresplan sah nun die Rüstung an erster Stelle vor. Eine autarke Kriegsproduktion war das Ziel, dass heißt es sollte Unabhängigkeit von Rohstoffimporten herrschen. Daraus folgte jedoch ein Rohstoffmangel, was die Kriegsoptionen Hitlers auf Blitzkriege beschränkte.
Trotz der niedrigen Arbeitslosenzahlen nahm der Staat nicht genügend Steuern ein, die Staatsverschuldung stieg deutlich. Einbußen im Konsumbereich und auch der Eingriff in Privatvermögen legte diese Last auf die Schultern des Volkes und verstärkte die Ausbeutung des jüdischen Teils der Bevölkerung.

Überwindung der Wirtschaftskrise[]

Als Hitler an die Macht kam herrschte im Deutschen Reich eine Wirtschaftskrise, welche, so Hitler, in 4 Jahren bereits überwunden sein müsse. Hitlers Konzeptionen verliefen nach Plan. Ob dies nun an der NS-Wirtschaftspolitik oder an der allgemeinen Erholung der Weltwirtschaft lag ist umstritten. Dennoch ist es dem Deutschen Reich gelungen aus der Krise sogar einen Mangel an Arbeitskräften, durch die von Hitler erhöhte Rüstungsherstellung, sowie durch zahlreiche Arbeitsbeschaffungsprogramme und dem Bau der Autobahnen, zu erlangen. Auch durch die zweijährige Wehrpflicht 1935 wurden alle 18 bis 21 Jährigen aus der Zahl der Arbeitslosen entnommen. Zudem wurde 1934 die Grundlegende Absenk der Steuern erlangt, wodurch die Konjunktur nochmals angekurbelt wurde.

Der Vierjahresplan[]

Mit dem Vierjahresplan, beginnend in 1936, sollte Deutschland die wirtschaftliche und militärische Kriegsfähigkeit erreichen. Die Ausführung des Planes unterlag Hermann Göring.

Durch den Vierjahresplan wurde eine klare Trennung zum amerikanischen Fordismus, dessen Grundgedanke darauf lag, dass das Konsumniveau der Masse könne durch Produktivitätssteigerung dauerhaft verbessert werden, deutlich. Für Hitler war Wohlstand des eigenen Volkes nur durch die Versklavung und Ausrottung anderer Völker erreichbar. Um diesen Lebensraum-Krieg zu führen musste die Kriegsproduktion autark, also unabhängig von Importen, sein. Deshalb koppelte sich Deutschland von der Weltwirtschaft ab und setzte auf synthetische Rohstoffe. Doch führte dies zu hohen Preisen und erhöhter Staatsverschuldung. Mit der Beförderung Görings zum "Wirtschaftsdiktator" wurde auch in private Strukturen eingegriffen. Produktionsziele und Löhne wurden vom Staat vorgegeben und kontrolliert. Trotzdem ermöglichte dies hohe Profitraten für Unternehmen. So gab es z.B. Preise für Unternehmen, die den Import von Rohstoffen ersetzten. Ab 1937 entfielen mehr als die Hälfte aller Staatsinvestitionen und es erfolgte der Aufbau der "Reichswerke Hermann Göring" die den unrentablen Abbau von Eisenerz übernahmen. Die "Reichswerke AG" wurde eines der größten Unternehmen im dritten Reich.

Ergebnisse der Autarkiepolitik[]

Die Autarkiepolitik war nicht erfolgreich, sie führte bei Kriegsausbruch zu Rohstoff knappheit. Deswegen waren nur kurze Überraschungskriege ("Blitzkrieg") möglich.

Die hohe Staatsveschuldung nötigte den NS-Staat dazu mehr Geld in Umlauf zubringen, was die Inflationsgefahr erhöhte.

Die Verlagerung der Produktion auf Kriegsgüter führte zu Einbußen des Konsumbereichs bei der Bevölkerung. Deshalb sparten immer mehr Bewohner. Der mittlerweile hoch Verschuldete Staat nahm Privatvermögen der Deutschen ohne deren Wissen, um die Rüstungsindustrie zu finanzieren.

Jedoch konnte nur das Geld der Juden, welches enteignet wurde, den Kapitalbedarf decken. Dies und das Ausnutzen von Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen steigerte die Produktion um das Dreifache.

NS-Wirtschaftspolitik: Positionen der Forschung[]

Der deutsche Historiker Götz Aly, 2006[]

Der Historiker erklärt, dass die allgemein gute Gemütslage in der Bevölkerung eine essentielle Vorrausetzung für einen erfolgreichen Krieg wäre. Sie wurde durch die Regierung beeinflusst, indem sie für eine effektive Grundversorgung sorgt, einen hohen Wohlstandsgrad fördert und gewisse terroristische Aktionen am Rand der Gesellschaft ausführt. Es wäre nicht nötig das Volk zu extremem zu zwingen, einige Grundelemente müssen vorhandensein, sodass die Bevölkerung eine einwandfreie Zukunft vor sich sieht und es arbeite selbstständig darauf hin.

Der deutsche Historiker Hartmut Berghoff, 2009[]

Der deutsche Historiker sagt, dass sich die Konsumpolitik des NS-Regimes aus vielen Teilen anderer konsumpolitischer Konzepte zusammensetzt, da das Regime kein eigenes Konzept besaß. Die Verbraucher litten unter Versorgungsengpässen, da man mit wenig Lebensmitteln auskommen sollte, um auf den Krieg vorbereitet zu sein. Trotzdem kam es unter der Bevölkerung zu keinen bedrohlichen Aufständen gegen die Regierung, da die Weltwirtschaftskrise als Ursache für ihre Lage angesehen wurde. Hinzu kam, dass die Propaganda genau zur richtigen Zeit war, da sich in diesem Zeitraum auch Erfolge in Bereichen wie Rundfunk und Tourismus, sowie in der Konsumgüterindustrie zeigten und das trotz verstärkter Aufrüstung, wodurch man starke Verbesserungen der aktuellen Lage annahm.

Zusammenhang mit dem Volkseinkommen[]

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Die Wirtschaft im Deutschen Reich lief ab 1933 zu neuen Hochturen an. So stiegen zum einen das Volkseinkommen und der private Konsum rapide an und das, obwohl der Reallohn konstant blieb. Mit dem Volkseinkommen stiegen damals auch die Ausgaben für den Verkehr und die Infrastruktur sowie für die Wehrmacht [im Jahre 1938 wurden 21% des Volkseinkommens für Aufrüstung verwendet]. Diese Ausgaben hatten jedoch die Folge, dass an anderer Stelle gespart werden musste, in diesem Fall am Wohnungsbau. Auch sank zur gleichen Zeit der durchschnittliche Jahresverbrauch an Produkten wie Weizenbrot, Fleisch, Eiern und Bier stark. So tranken die Deutschen 58,7 % weniger Bier und nahmen ca. 41% weniger Eier zu sich. All dies lässt darauf schließen, dass das Deutsche Reich seine Wirtschaft zwar wieder aufbaute, die Bevölkerung jedoch trotz allem kein Leben im Überfluss leben konnte.

Übungsaufgaben zum Thema[]

Erläuteren Sie, inwiefern die Regierung des deutschen thumb|link=Datei:Quellekriegsvorbereitung.jpgReiches laut Götz Aly die Stimmung im Volk beinflusst.

Lösungsansätze: siehe Zusammenfassung

Erläuteren Sie das folgendes Zitat: "Vielmehr gelang es ihr [der NS-Regierung], sie [Die dt. Bürger] zu Nutznießern und Nutznießerchen zu machen".

Lösungsansätze:

Die Deutschen haben vergleichsweise geringen Handlungsanteil, mit dem der NS-Führung, jedoch ziehen sie einen großen Nutzen daraus (zumindest bis der Krieg verloren ist)

d.h. Der größte Teil der nicht vermeintlich Regierungfeindlichen Bevölkerung nutzte die vom Staat ermöglichte Ausbeutung von Volksteilen als Goldgrube, bleibt jedoch passiver Teilhaber

Quelle[]

"Kursbuch Geschichte - Neue Ausgabe", Her.: Karin Laschewski-Müller und Robert Rauh, 2012, Copyright by Cornelsen Verlag Berlin, ISBN: 978-3-06-064736-1;  Seite:437- 441

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